Händler erhöhen Wetten auf zwei weitere Fed-Zinserhöhungen in diesem Jahr
Die Verschiebung treibt die Markterwartungen deutlich über die eigene Medianprognose der Fed von einem weiteren Schritt hinaus
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Händler haben ihre Wetten darauf verstärkt, dass die US-Notenbank Fed die Zinsen vor Jahresende noch zweimal anheben wird. Das markiert eine Verschiebung gegenüber der jüngsten Positionierung, die an den Märkten nur eine weitere Erhöhung eingepreist hatte, im Einklang mit der eigenen Medianprognose der Fed.
Die Fed hob ihre Zielspanne in diesem Monat um einen Viertelpunkt auf 3,75-4 % an, ein Schritt, den Händler zuvor bereits mit 95 % Wahrscheinlichkeit eingepreist hatten, und die Abstimmung fiel einstimmig mit 12:0 aus. Die Medianprognose der Fed-Offiziellen sieht die Zinsen bis Ende 2026 bei 4,1 %, wobei vier Mitglieder 4,4 % und zwei 3,9 % erwarten, zudem hat das Gremium seine Schätzung des langfristigen neutralen Zinssatzes auf 3,25 % angehoben.
Seit der Entscheidung haben sich Fed-Vertreter falkenhaft geäußert. Kevin Warsh sagte, zu viele Inflationskategorien lägen noch immer über 3 %, und die Aufgabe der Fed sei die Preisstabilität, nicht der Arbeitsmarkt, den er als in guter Verfassung bezeichnete. Matthew Luzzetti von der Deutschen Bank sagte, der Geduldsfaden der Fed sei gerissen. Der Dollar hat sich dieser Tonlage angeschlossen: Der US Dollar Index stieg um 0,53 % auf 100,19 Punkte, den höchsten Stand seit dem 31. Juli, nach der falkenhaften Zinspause der Fed, während das Pfund um 0,66 % auf 1,3387 Dollar nachgab, der Euro um 0,58 % auf 1,1474 Dollar fiel und der Dollar gegenüber dem Yen um 0,51 % zulegte.
Die neue Preisbildung passt schlecht zu einer Fed-Führung, die signalisiert hat, dass der Zinserhöhungszyklus weitgehend abgeschlossen ist. Dass Händler auf zwei weitere Schritte in diesem Jahr setzen, mehr als die Fed selbst prognostiziert, deutet entweder auf eine Wette auf eine Kurswende oder auf die Erwartung hin, dass sich die Wirtschaft schneller abschwächt, als die Offiziellen zugeben. Beide Lesarten sind ungünstig für Aktien, die bislang von der Hoffnung getragen wurden, dass die Straffung abgeschlossen ist.