EZB-Vertreter De Marco: Stärkere Kerninflation könnte Handeln rechtfertigen
Die Äußerungen folgen auf spanische Inflationsdaten, die die Kerninflation der Eurozone auf ein neues Hoch getrieben haben
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EZB-Vertreter De Marco erklärte am Dienstag, eine stärkere Kerninflation könnte für die EZB Grund genug sein zu handeln, und fügte damit der Zinsdebatte eine bedingt falkenhafte Stimme hinzu.
Die Bemerkung folgt auf Daten zur harmonisierten Inflation Spaniens, die im September auf 5,0 % im Jahresvergleich stieg, über dem Konsens von 4,9 % und höher als die 4,6 % im August. Die Kerninflation in Spanien stieg auf 3,1 %, den höchsten Wert seit August, als sie bei 2,9 % gelegen hatte. Die Zahlen trieben die Kerninflation der Eurozone auf 3,1 %.
Händler hatten die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im Oktober nach zwei Anhebungen in diesem Jahr bereits auf unter 40 % zurückgeschraubt, wobei die Wetten weiter zurückgefahren wurden, nachdem Vertreter auf uneinheitliche Signale bei Inflation und Löhnen hingewiesen hatten. De Marco legte sich nicht auf eine bestimmte Sitzung fest und wiederholte die Standardposition der EZB, wonach jeder Schritt von den Daten abhänge. Indem er ein mögliches Handeln jedoch ausdrücklich an die Stärke der Kerninflation und nicht an die Gesamtinflation oder die Energiekosten knüpfte, liefert die Äußerung den Falken einen direkteren Ansatzpunkt, als es die jüngsten Notenbankkommentare getan haben.
Die Verschiebung reicht für sich genommen nicht aus, um Händler zu einer Neubewertung der Oktober- oder Dezembersitzung zu zwingen, stärkt aber die Argumente für einen tatsächlichen Schritt bei einer der beiden Sitzungen leicht. Das verleiht dem Euro und zinssensiblen Anlagen, die auf eine weitere Straffung setzen, nach den Dienstagsdaten eine leicht bullische Tendenz.