US-Arbeitsmarktbericht übertrifft Prognosen, 90.000 neue Stellen im September
Der Zuwachs übertraf sowohl den revidierten Anstieg um 75.000 im August als auch die von Ökonomen erwartete Zahl von 38.000 und verstärkt den Druck am Anleihemarkt vor der Fed-Entscheidung im Oktober.
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US-Arbeitgeber schufen im September 90.000 neue Stellen, mehr als die 75.000 im August und weit über den von Ökonomen erwarteten 38.000.
Der Bericht kommt wenige Tage, nachdem Händler die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung der Fed im Oktober von 70 % auf 50:50 zurückgenommen hatten, nach Äußerungen des New Yorker Fed-Präsidenten John Williams, wonach die Notenbanker keinen Grund zur Eile hätten. Williams hatte auf die starke wirtschaftliche Dynamik verwiesen und Investitionen in künstliche Intelligenz als Treiber der Inflation genannt. Der Euro fiel nach diesen Äußerungen auf 1,1312 Dollar, den niedrigsten Stand seit Mai 2025.
Andere Fed-Vertreter hielten trotz der gesunkenen Zinswahrscheinlichkeiten an einem restriktiven Ton fest. Fed-Vizechef Musalem erklärte, Ausgaben für künstliche Intelligenz erhöhten den Inflationsdruck und die daraus erhofften Produktivitätsgewinne seien noch nicht sichtbar geworden; die Fed könne die Geldpolitik nicht auf der Hoffnung lockern, dass sich diese Gewinne noch einstellten. Auch Barr und Goolsbee hatten sich in den vergangenen Tagen restriktiv geäußert. Der Arbeitsmarktbericht für September folgt zudem auf JOLTS-Daten, die spät im Monat auf eine Abkühlung des Arbeitsmarkts hingedeutet hatten.
Die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihen liegt bereits über 5,2 %. Der Zinssatz für 30-jährige Festzinshypotheken stieg auf 7,3 %, den höchsten Stand seit November 2023, und die Zahl der Hypothekenanträge fiel in der Woche zum 25. September um 6,0 %, ein stärkerer Rückgang als die 1,5 % der Vorwoche. Ein derart deutliches Übertreffen der Erwartungen beim Arbeitsmarktbericht widerspricht der Einschätzung, die Fed müsse nicht eilig handeln, und wirft erneut die Frage auf, ob der Arbeitsmarkt robuster ist, als diese Einordnung nahelegte. Da die langfristigen Renditen angesichts anhaltender Inflation bereits nahe an mehrjährigen Höchstständen liegen, verschafft der stärkere Arbeitsmarktbericht den restriktiv gestimmten Notenbankern neuen Rückhalt, gerade als sich die Markterwartungen von ihrer Botschaft zu entfernen begannen.