Explosion in der Straße von Hormus, während Ölmärkte Störungsrisiko abwägen
Die diplomatischen Gespräche mit dem Iran liegen auf Eis, und Teherans Behauptung einer "intelligenten Kontrolle" über die Wasserstraße lässt die Zeitpläne für die Schifffahrt im Unklaren.
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Karte: Der Golf und Hormus, mit Straße von Hormus
In der Straße von Hormus, einer Wasserstraße, über die ein Großteil des weltweiten Öltransports auf dem Seeweg abgewickelt wird, hat sich eine Explosion ereignet.
Die Meerenge steht seit einigen Tagen unter Druck. US-Energieminister Chris Wright erklärte, am Dienstag seien 18 Millionen Barrel Öl durch die Passage transportiert worden, fast doppelt so viel wie der bisherige tägliche Durchschnitt von 10 Millionen Barrel, und der Sieben-Tage-Durchschnitt habe am Mittwoch bei 11 Millionen Barrel pro Tag gelegen. Eine saudische Pipeline, die die Meerenge umgeht, sei weiterhin außer Betrieb, so Wright, wodurch die Reeder stärker als üblich auf die Route angewiesen seien.
Die diplomatischen Bemühungen zur Entspannung der Lage mit dem Iran stocken. Die Gespräche wurden verschoben, und Teheran hat eine sogenannte "intelligente Kontrolle" über den Korridor beansprucht, eine Formulierung, die den Zeitplan für eine sichere Durchfahrt im Unklaren lässt. Außenminister Antony Blinken sagte am Dienstag, die Golfstaaten strebten eigene, gesonderte Gespräche mit Teheran an.
Der Ölpreis hat sich trotz der jüngsten Spannungen nur moderat bewegt: Brent-Öl legte im jüngsten Handel im Bereich von 1 % bis 2 % zu, statt sprunghaft anzusteigen. Diese verhaltene Reaktion deutet darauf hin, dass die Händler angesichts des Pipeline-Ausfalls und des Musters militanter Vorfälle in der Region bereits eine erhebliche Wahrscheinlichkeit einer Störung der Meerenge eingepreist hatten. Die Frage ist nun, ob die heutige Explosion die Erwartungen von Behörden und Reedern hinsichtlich der Dauer einer möglichen Sperrung oder Verlangsamung verändert, nicht ob eine solche überhaupt eintritt.