Irans Revolutionsgarde meldet vierten Drohnenabschuss binnen vier Tagen nahe Hormus
Irans Staatsmedien berichten, ein neues Luftabwehrsystem habe eine US-Drohne vom Typ MQ-1 abgeschossen, doch für eine militärische Bestätigung der USA fehlt wie schon bei den früheren Meldungen jeder Beleg.
Veröffentlicht
Karte: Der Golf und Hormus, mit Straße von Hormus
Irans Islamische Revolutionsgarde erklärte, sie habe nahe der Straße von Hormus binnen vier Tagen eine vierte Drohne vom Typ MQ-1 abgeschossen, unter Einsatz eines nach eigenen Angaben neuen Luftabwehrsystems. Die Meldung wurde von iranischen Staatsmedien sowie von Portalen wie Mehr News und Al-Manar verbreitet.
Weder CNBC noch die Nachrichtenagentur Mehr News berichteten laut Traders Agency von einer Bestätigung durch das US-Militär oder die US-Regierung über den Verlust einer Drohne. Eine gesonderte Faktenprüfung von MEAWW fand keine unabhängigen Belege für den Abschuss. Unklar bleibt zudem, welches Fluggerät Iran mit „MQ-1" meint: Die MQ-1 Predator wurde 2018 aus dem US-Dienst genommen, während die MQ-1C Gray Eagle laut Antiwar.com weiterhin im Einsatz ist. Irans reguläre Armee hatte in der Vorwoche separat einen ähnlichen Abschuss im Südosten des Landes gemeldet, wie Press TV berichtete.
Die Meldung fällt in eine Phase, in der die Diplomatie zur Schifffahrt in der Straße von Hormus ins Stocken geraten ist. Ein für Montag in Oman geplantes Treffen zwischen Iran und den arabischen Golfstaaten, bei dem es um ein Abkommen zur Schifffahrt in der Meerenge gehen sollte, wurde mangels „Konsens" verschoben, wie Omans Außenminister Badr Albusaidi laut CBS News mitteilte. Brent-Rohöl schloss am Montag bei 105,68 Dollar je Barrel, US-Rohöl bei rund 101 Dollar, mehr als 20 % über dem Stand vor einem Monat, nachdem Saudi-Arabien etwa zeitgleich eine Pipeline stillgelegt hatte, wie Yahoo Finance/dpa berichteten.
US-Energieminister Chris Wright erklärte laut Reuters via CBS News, der wöchentliche Durchschnitt der unter US-Marine-Eskorte durch die Straße verschifften Ölmengen steige und werde weiter steigen. Dieser Umstand fügt sich, zusammen mit der von Präsident Trump geäußerten Gesprächsbereitschaft, in eine Reihe unbestätigter iranischer Abschussmeldungen, zu denen Washington bislang keine Stellung bezogen hat.