Wrights Austrittsdrohung gegen die IEA vom Februar bleibt ungelöst
Der Vorstoß des Energieministers gegen den Klimafokus der Agentur geht auf ein Ultimatum zurück, das er im Februar mit einer Frist von einem Jahr gestellt hatte
Veröffentlicht
Energieminister Chris Wright warnte im Februar, die Vereinigten Staaten könnten aus der Internationalen Energieagentur (IEA) austreten, sollte die Gruppe nicht von ihrer Netto-Null-Klimaagenda abrücken, und setzte der Agentur dafür eine Frist von einem Jahr, wie Reuters über EnergyNow.com berichtete. Damals erklärte Wright zugleich, es sei nicht die Absicht Washingtons, auszutreten, unter anderem wegen der Gefahr, dass China bei einem Rückzug der USA mehr Einfluss auf die Agentur gewinnen könnte, wie CNBC berichtete.
Die IEA wurde 1974 gegründet, um Reaktionen auf größere Störungen des Ölangebots zu koordinieren, berichtete CNBC. Wrights Einwände richten sich vor allem gegen die Netto-Null-bis-2050-Modellierung der Agentur und ihre Prognosen zum Höhepunkt der Ölnachfrage, die er laut CNBC als "unsinnig" bezeichnet hat.
Bis Ende Februar hatte die IEA bei einem Ministertreffen in Paris den ausdrücklichen Verweis auf den Klimawandel aus ihrer Liste politischer Prioritäten gestrichen und ihren erklärten Fokus, nach Druck der Trump-Regierung, auf Energiesicherheit, Resilienz, kritische Mineralien und Stromsysteme verlagert, wie The Energy Mix unter Berufung auf Politico EU berichtete.
Die Austrittsdrohung hat gegenüber Wrights unmittelbareren Prioritäten nur begrenztes Gewicht. Seine jüngsten öffentlichen Äußerungen konzentrierten sich auf kurzfristige Energiesicherheit, darunter die Versorgungsströme durch die Straße von Hormus, Reparaturen an saudischen Pipelines und Importe von Raffinerieprodukten, ohne den Klimastreit zu erwähnen. Das deutet darauf hin, dass die IEA-Drohung eher rhetorischen Druck darstellt als eine Änderung der operativen Energiaprioritäten der Regierung.